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Propaganda gegen Kriegsmüdigkeit (allgemein)

verfasst von Skywise(R), 26.09.2022, 21:26

"Schuld am Krieg hat nur der Feind, wir sind die Guten und haben hehre Ziele im Gegensatz zum teuflischen Feind."
Das wäre viel zu einfach für die aktuelle Situation. Die EU, insbesondere Deutschland, hat sich zu Zeiten von Euromaidan alles Andere als mit Ruhm bekleckert. Die EU hat auch zuvor bereits Rußland, insbesondere Putin gegenüber, Schwäche signalisiert, und der ganze EU-weite Zoff wird dem guten Mann mit Sicherheit auch nicht entgangen sein. Auch eine schwächelnde bis unter Donald Trump an internationalen Ereignissen völlig desinteressierte Weltmacht USA wird ihm in die Karten gespielt haben. Deutschland und die EU haben die weiteren Ereignisse durchaus, wenn schon nicht direkt, so doch garantiert indirekt mächtig angeschoben. Und daß (auch hier: nicht nur) Deutschland sich selbst Handschellen angelegt hat durch die selbstverschuldete Abhängigkeit von Rußland in Sachen Energieversorgung, ist eigentlich an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Sind wir die Guten? Absolut nicht. Den Status haben wir allerspätestens mit unserem Zögern verloren, das dem russischen Einmarsch in die Ukraine folgte. Da vergingen ganze Tage, in denen ich das Gefühl hatte, daß man jetzt vor lauter Panik oder fehlendem Weitblick bereit war, die Ukraine ans Messer zu liefern. Putin teuflisch? Soll ich ihm zum Vorwurf machen, daß er eine Gelegenheit beim Schopf ergreifen wollte? Kann ich nicht. Hat er in der Vergangenheit doch bereits mehrfach ähnlich gehandhabt.

"Politiker und Medien haben es geschafft, der Bevölkerung den militärischen Sieg und den wirtschaftlichen Ruin Russlands als Ziel nahezubringen und nicht einen Waffenstillstand und Verhandlungen über gegenseitige Sicherheitsgarantien."
Ist das so? Warum kommt das nicht so bei mir als Politik- und Medienkonsument an?
Erstens sprechen die meisten Medien, die mir vorliegen eher vom "Verhindern einer Niederlage der Ukraine" oder einer "Niederlage Rußlands", das ist nicht gleichbedeutend mit "Sieg der Ukraine über Rußland". Zweitens weiß ich wirklich nicht, was es über einen "Waffenstillstand" zu besprechen gibt. Weil - "Waffenstillstand" bedeutet "Einfrieren des Status Quo", und daran ist weder Rußland noch der Ukraine gelegen. Darüber hinaus, so sehr ich es auch hasse, Frau von der Leyen zu zitieren: "Wenn Rußland aufhört zu kämpfen, ist der Krieg vorbei. Wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, wird es keine Ukraine mehr geben" - da sich die Ukraine meiner Wahrnehmung nach weitestgehend mit Angriffen auf russischem Boden zurückgehalten hat (Angriffe auf Munitionsdepots oder militärische Stellungen klammere ich bewußt aus), halte ich diese Einschätzung zumindest nicht für völlig verkehrt.

"Die Geschichte des Krieges beginnt für sie am 24. Februar, und der einzig relevante Tatbestand ist der russische Angriff. Auf sie trifft die Feststellung von Anne Morelli zu (»Die Prinzipien der Kriegspropaganda«, 2001): »Die Schaffung eines geradezu hypnotischen Zustandes, in dem sich die gesamte Bevölkerung im tugendhaften Lager des gekränkten Gutmenschen wähnt, entspricht wahrscheinlich einem pathologischen Bedürfnis."
Ich sag's mal so: wenn dem so wäre, dann würde man nicht zögern, die Ukraine mit bestimmten Waffentypen auszustatten. Das Mißtrauen gegen Herrn Selenskyj kommt nicht von ungefähr, sondern fußt in den Ereignissen in der Ukraine und seinem Umfeld vor Februar 2022.

 

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