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Nordirland - David Robb kennt sich aus.... (Musik)

verfasst von Christine(R), 04.06.2018, 16:20

David Robb ist unser schottischer bzw. nordirischer Gundermann-Interpret. Er ist Liedermacher, Bouzouki-Spieler, hat in Rostock studiert und an der Humboldt-Uni unterrichtet. Heute ist er senior-Dozent für das politische Lied an der Queens University in Belfast. Und hat übrigens das einzige Buch über das Liedtheater von Wenzel und Mensching geschrieben, das es gibt. Er wird auch beim Symposium referieren. Lest nach über Friedenslinien und schaut seine Videos aus Rostock mit seiner Band an...

Darf ich vorstellen?

Den Freunden von Wenzel und Mensching bzw. von Karls Enkeln dürfte David Robb als der Autor eines ziemlich interessanten Buchs bekannt sein, mit dem wunderschönen Titel „Zwei Clowns im Lande des verlorenen Lachens“. Als Buch ist es nicht ganz einfach zu lesen. Der Mann ist Wissenschaftler, und es ist im Grunde seine Doktorarbeit.
David Robb ist außerdem Liedermacher, hat lange als Bouzouki-Spieler in einer schottischen Band und auch solo auf vielen bedeutenden Festivals gespielt. Und mehrere CDs veröffentlicht. Somit ist auch er ein Glücksfall für das Gundermann-Europaprojekt.
Im Alltag ist er aber auch erstmal ein leitender interdisziplinärer Unidozent in Belfast. Sein Hauptforschungsgebiet ist die Geschichte der politischen Musik und des politischen Lieds. Doch glücklicherweise gab ihm seine Uni frei für die Juni-Woche um Gundis Todestag.
Eigentlich ist David Schotte, hat in Edinburgh Germanistik studiert und war 1982 bis 1983 als Student für ein Auslandsjahr in der DDR, an der Uni Rostock. Als Musiker bekam er währenddessen ganz gut Einblick in die Singebewegung und die Folkszene der DDR. Ihn faszinierte, wie damals in den Liedtexten verschlüsselt Botschaften mitgeteilt wurden, um der Zensur zu entgehen. Doch Wenzel und Mensching lernte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennen.

1991 nahm er mit seiner Band am Festival des politischen Lieds teil. Petra Schwarz und Gina Pietsch liehen ihm damals CDs von Wenzel aus. 1992 kam er dann für zwei Jahre zum Forschungsaufenthalt nach Berlin. Beim Festival des Politischen Lieds lernte er Wenzel und Mensching persönlich kennen und begann seine Doktorarbeit über ihr Liedtheater.

In seinem Buch schildert er, wie er es dem Schichttheater-Mitglied Karin Wolf im Liedzentrum der Akademie der Künste verdankt, daß sich überhaupt nur einigermaßen Material über Karls Enkel erhalten hat. Bei zwei ProfessorInnen an der Humboldt – Uni konnte er zur Theorie des karnevalistischen Lachens des russischen Philosophen Bachtins arbeiten und auch zur den Kulturtheorien des Ästhetikers Wolfgang Heise, bei dem Wenzel und Mensching noch selbst studiert hatten.

Diese Theorien nahm er als Referenzpunkt für seine Doktorarbeit und sein Buch. Er hat den Weg von Wenzel und Mensching über zwei Jahrzehnte verfolgt, schrieb unter anderem über die „Hammer-Rewüh“ und die Clowns-Programme von Weh und Meh. Das Buch enthält auch viele Auszüge aus den Theater- und Clownstexten und viele Fotos. Er blieb zwei Jahre zum Forschungsaufenthalt an der Humboldt – Uni, promovierte dann in Sheffield zu dem Thema und kam dann 1996 als Dozent nochmal wieder für zwei Jahre an die Humboldt-Uni. Auch über Franz Josef Degenhart und Ton Steine hat Scherben hat er schon Fachliteratur veröffentlicht, oder über Zensur und die metapherngeprägte Sprache im DDR-Rock.

Als Germanist hat er sich in einem DFG-geförderten Projekt in Zusammenarbeit mit der Uni Freiburg mit den Liedern der 1848er Revolution befasst und jetzt zuletzt überhaupt mit Protestliedern in ganz Europa. David ist inzwischen auch Kulturmanager und unterrichtet in Musik und Drama.
David wird bei Symposium als Referent mit dabei sein und beim Workshop und den dazugehörigen Konzerten als englischer Gundermann-Interpret.
Bei youtube gibt es Videos aus seiner Rostocker Zeit!
https://www.youtube.com/watch?v=FZT9nkKAH-Y
https://www.youtube.com/watch?v=-yH1BdXVhnM

Als ich wegen einigen Fotos von Belfast recherchierte, sind mir die sogenannten „Friedenslinien“ (auf englisch peace lines) untergekommen. Von denen gibt es inzwischen 42 Stück in den großen Städten. Sie trennen die Wohnviertel der Unionsten von den katholischen Bewohnern Belfasts. Erinnern irgendwie ein bißchen doch an unsere Mauer, wenn sie doch einem ganz anderen Zweck dienen….
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedenslinien

 

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