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Warten auf Kondschak -Theaterabend in der Tonne Reutlingen 1 (Musik)

verfasst von Christine(R), 01.04.2026, 07:37

Warten auf Kondschak
Es sagt viel über einen Menschen aus, wenn nicht mal zwei Jahre nach seinem Tod sein Ensemble, seine Theaterkollegen ein Stück über ihn schreiben und aufführen. Es sagt vor allem viel darüber aus, wieviel er anderen Menschen bedeutete und wie sehr er ihnen fehlt. Nicht nur dem Regisseur des Stücks, dem Tonne-Intendanten Enrico Urbanek, der sich für Kondschak engagierte und nach seinem Unfall versuchte, ihn wieder ins Theaterleben zu integrieren. Auch dem Schauspieler David Liske, der dieses Stück schrieb.
David Liske reagierte im August 2024 mit einem berührenden Text auf Heiners Tod. Das Landestheater Tübingen stellte seine Worte damals leicht zugänglich vorne auf die LTT-Seite, wohl wissend, dass der Tod des Regisseurs und Musikers überall in der Stadt aber auch überregional das Bedürfnis weckte, etwas darüber zu lesen, die Trauer mit anderen zu teilen. Wie viele in Tübingen und Umgebung saß David Liske schon als Kind in Heiners Theaterstücken. Und Heiner beschaffte David ein Klavier, als dieser auch zuhause üben mußte, ach so typisch. Jetzt hat David Liske Heiner mit „Warten auf Kondschak“ ein kleines Denkmal gesetzt und uns beim Trauern und bei der freudigen Erinnerung geholfen. Es ist dankbar aufgenommen worden, nicht nur in der Region. Es kamen Freunde und Fans aus nah und fern, aus anderen Ländern ins Theater ,aus anderen Städten, und spätestens bei der letzten Aufführung war klar, dass es viele „Wiederholungstäter“ gab. Manche hatten „Warten auf Kondschak“ sechs Mal gesehen.
Im Reutlinger Tonne Theater liegen im großen Saal Tonne 1 zehn alte Teppiche aus. Hier liefen viele von Heiners großen Stücken, Flokatis wie bei „Rio Reiser“ finden sich nicht, aber sie passen trotzdem wunderbar. Die Bühne ist leer und ziemlich dunkel, Mikros stehen herum und ganz vorne findet sich ein leerer Barhocker, ein Platz für den Musiker mit der wilden Mähne? Ja, bestimmt, und hier wird gleich etwas gespielt. Das ist Heiners zweites Zuhause, die Bühne, und hier ist gleichzeitig auch Platz für viele andere Musiker. Ganz vertraut. So ähnlich sah es aus, wenn seine Randgruppencombo oder seine Theaterbands bei seinen Stücken spielten. Schon warten wir auf Heiner, wohlwissend, dass er nicht kommen kann. Und auf die anderen Mitwirkenden, die hier wohl gleich ein Konzert geben.
David Liske ist es auch, der jetzt als erster die leere Bühne betritt. Es wird schnell klar, dass es heute eine Aufführung geben soll, dazu hat natürlich Heiner den Plan – aber er ist noch nicht da. Also singt David erstmal Gundermann, das Eisenbahnerlied. Den Bühnentechniker hört man plötzlich aus der Dunkelheit, auch er ist uns vertraut, Lukas, mit ihm hat Heiner in der Tonne ein wunderbares Zwei-Mann-Stück (Klangwelten) gespielt. Typisch Kondschak, mal wieder wunderbar mit Gattungen und Grenzen gespielt, Lukas Armbruster gehört doch gefälligst unsicht- und unhörbar hinters Mischpult - wer kommt auf die Idee und spielt gemeinsam mit dem Techniker? Keiner ist wie Heiner, das weiß auch schon jeder. Er schrieb sogar eine Mandolinenoper.

 

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