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Was Heiner so macht, wenn er nicht Gundi spielt..... (allgemein)

verfasst von Christine(R), 01.07.2016, 10:28

„Emmas Glück“ - Volltreffer auf der schwäbischen Alb - ! Das Theater Lindenhof spielt seit dieser Spielzeit ein neues Theaterstück, bei dem Heiner Kondschak Regie geführt und es vertont hat... und bei dem er mitspielt und musiziert. Es ist die Bühnenfassung eines Romans, der bereits verfilmt wurde - und dessen Handlung daher vielen bekannt sein dürfte.

Ein ungewöhnliches Theaterstück, das durch seinen Witz und Humor besticht, und trotzdem gewaltig unter die Haut geht! Geniale Kostüme, ein wunderschönes Bühnenbild. Es wird geschossen! Es wird Rührei live auf der Bühne bereitet! Ein altes Mofa spielt eine ungeahnt inspirierende Rolle. Bertold Biesinger alias Hans verschlägt es in den Stall, aus dem er sich nur mit Verschlagenheit befreien kann! Wenn er mit USA telefoniert, bleibt kein Auge trocken – und wenn es dann ums Sterben geht, kann man gleich weiterweinen.

Frei nach Luigi Pirandello hebt der Regisseur zeitweise die Trennung zwischen den Personen im Stück und den begleitenden Musikern auf. Hier suchen sich die Personen keinen Autor, aber der Regisseur und Mandolinenspieler Heiner Kondschak sitzt mit Hauptperson Emma beim Bierchen, oder er schickt als Polizist Henner im quietschgrünen Polizisten-Trainingsanzug seine krakelende Mutter zurück an die Geige. Vorlage für die Bühnenfassung ist der gleichnamige Roman von Claudia Schreiber, der mit Jürgen Vogel verfilmt wurde.

Es geht um Sterbehilfe, und man sollte nicht zu zartbesaitet oder prüde sein. Das Team trägt eines der heikelsten Themen unserer Gesellschaft an sein Publikum heran, in dem es dieses zutiefst berührt, und das ist so eine wahre Glanzleistung. Und es ist kein Widerspruch, dass trotzdem ganz viel gelacht und geschmunzelt werden darf. An den Gesichtern der Schauspieler, die sich zum Schluß, am Bühnenrand sitzend, mit ganzer Offenheit an ihre Zuschauer wenden, kann man das hohe Ausmaß auch ihrer emotionalen Beteiligung erkennen, für das sie riesigen Respekt verdienen. Der Lindenhof oben auf der Schwäbischen Alb ist der ideale Ort für dieses Stück Theater, in dieser Landschaft, in der man sich auf das Wesentliche besinnen muß. Nicht nur das Bühnenbild ist preisverdächtig. Besonders eindringlich auch die Zwei- und Mehrstimmgkeit des Gesangs.

Und es ist definitiv kein Zufall, dass eine Bühnenfassung mit einer solchen an die Nieren gehenden unverkopften mit schwarzem Humor garnierten Emotionalität ausgerechnet von jemandem stammt, der jedes Jahr an Weihnachten mal so eben quer durch die Republik reist, um die Lieder des ostdeutschen Liedermachers Gerhard Gundermann zu singen. Und dabei einen Riesenspaß hat. „Musik ist ein Bohrer. Du kannst damit Löcher machen in menschliche Herzen. Wo’n Loch ist, kann was rein. Oder raus“, sagte Gundermann mal. Auch „Emmas Glück“ bohrt Löcher in die Herzen! Nebenwirkungen sind vermutlich beabsichtigt.

 

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