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Pfeffi(R)

14.07.2018, 22:09
 

Andreas Dresen in "aspekte" (Infos)

Im nächsten Kulturmagazin "aspekte" (ZDF) am Freitag, 20.7.2018 um 22.55 Uhr ist Andreas Dresen als Gast im Studio. Ich nehme an, dass es da wohl um den Gundi-Film gehen wird.

Ist leider parallel zum Seilschaft-Konzert an der Jakubzburg, aber es gibt ja die Mediathek.

Pfeffi(R)

20.07.2018, 23:38

@ Pfeffi

Andreas Dresen in "aspekte"

Direkt vom Konzert vor den Fernseher: Andreas Dresen war in "aspekte" (ZDF) zu Gast und beantwortete ausführlich Fragen zum Gundermann-Film. Dazu gabs ein paar Filmszenen (die ich bisher noch nicht sah) und Originalszenen aus den Richard-Engel-Filmen.
"aspekte" gibts in der Mediathek zu sehen, das Interview mit A. Dresen ist eher im ersten Teil der Sendung.

Jürgen(R)

21.07.2018, 11:55

@ Pfeffi

Andreas Dresen in "aspekte"

Danke Pfeffi,

für Deinen Hinweis auf die Sendung. Ich habe diese aufgenommen und erst zum Frühstück gesehen. Die Sendung ist schon sehr anderes als Riverboat.
Wir fanden den Bericht sehr gut. Andreas Dresen hat wieder beeindruckende Aussagen getroffen.
Wie ging es Euch?
Schade, dass die Sendezeit so spät war.
Die Spannung bis zum Film steigt.

Jürgen

Jörg(R)

21.07.2018, 12:07

@ Pfeffi

Andreas Dresen in "aspekte"

hier der Link zur ZDF-Mediathek:
https://www.zdf.de/kultur/aspekte/aspekte-vom-20-juli-2018-100.html

ziehmlich genau ab Minute 12'

Christine(R)

21.07.2018, 15:56

@ Jörg

Andreas Dresen in "aspekte"

Wir haben die Sendung auch gesehen! Es ist schon eine aufregende Sache, wenn man erlebt, dass Gundi jetzt plötzlich in "Aspekte" zu sehen ist. Wie ist das für die Zuschauer, die ihn gar nicht kennen? Sind die auch so fasziniert von ihm wie wir? Ist seine Musik für sie auch etwas ganz ganz ganz Besonderes wie für uns? Können sie vielleicht sogar verstehen, dass wir uns für ihn engagieren? Kann es sein, dass er und seine wunderschönen Lieder jetzt bald noch viel, viel bekannter werden? Könnten Andreas Dresen und Laila Stieler das schaffen, dass noch richtig viel mehr Leute von ihm wissen, seine Lieder lieben?
Wenn ich mit Freunden in den westlichen Bundesländern spreche, muss ich meist erklären, wer er ist. Sein Name ist kein Begriff, auch wenn ich mehr erkläre, gibt es keinen Aha-Effekt. "Noch nie gehört", höre ich dann oft (in Tübingen ist das allerdings ein wenig anders, aber nicht immer). Das könnte sich ändern.
Nie hätte ich erwartet, dass die paar Szenen einem schon so unter die Haut gehen. Schwierig ist für mich: was ist Fiktion? Wie war er wirklich? Vom Aussehen und auch Benehmen her habe ich den Eindruck, dass Alexander Scheer eine Glanzleistung hingelegt hat. Es ist ganz sicher alles andere als einfach, einen so ungewöhnlichen Menschen wie Gundi überhaupt gut zu spielen. Aber ich kann einfach nicht beurteilen, ob es wirklich so passt, ist Gundi wirklich so gewesen? Das muß ja auch nicht unbedingt so sein. Dafür haben wir ja auch die Filme von Richard Engel, die ich sehr gerne sehe.

Und Andreas Dresen: Das bleibt für mich, so wie es schon bei der Riverboat-Sendung war. Er könnte neben mir beim Konzert stehen, so wie Johan auch. Halt mit einem besonderen Talent, das ist im Gundermann-Publikum ja nichts Ungewöhnliches, da stehen oft Künstler, tolle Musiker. Und Andreas kann die Dinge gut auf den Punkt bringen. Seine Aussagen haben mir imponiert. Es ist nicht ganz unheikel, dass die Stasigeschichte so im Vordergrund steht. Aber vermutlich war sie schon viele Jahre für ihn doch ein Dreh-und Angelpunkt, viel mehr wie gedacht. Für uns ist sie zweitrangig, wir lieben seine Lieder, und das steht im Vordergrund. Zumal er verdammt jung war, als er rekrutiert wurde - und auch später rausflog. Oder seht ihr das anders? Dass es ihm viel viel mehr zu schaffen machte, als er das nach außen hin zeigte, hab ich mir gedacht. Aber genau deshalb ist es richtig, dass die Stasi-Arbeit im Film eine wichtige Rolle spielt, auch wenn es schwerfällt (ich hab immer Bedenken, dass es mögliche Fans verschreckt). Ich hätte das auch eher mit mir selbst, der Familie und den Opfern ausgemacht. Keiner von uns kann sagen, wie er in seiner Situation reagiert hätte.

Pfeffi(R)

22.07.2018, 12:39

@ Christine

Andreas Dresen in "aspekte"

Hallo Christine,
dass Gundi in den alten Bundesländern kaum bekannt ist, sollte nicht verwundern. Er wurde ja zu Lebzeiten in den Massenmedien kaum gespielt, weder in Ost noch in West. Das betrifft schließlich auch viele andere Liedermacher, die kein Mensch kennt, obwohl sie herausragende Songs schreiben. Im MDR-TV z.B. gibts nur Schlagermusik, je primitiver, umso mehr gewünscht. Der Musikgeschmack der durchschnittlichen Bevölkerung ist mir ein absolutes Rätsel.
Und was die Lied-Fans betrifft: Wir im Osten kannten auch viele großartige Liedpoeten aus dem Westen nicht, ich denke da z.B. an Walter Mossmann, von dem ich erst in den 90er Jahren hörte und den ich inzwischen persönlich kennenlernen durfte. Leider ist er 2015 verstorben.

Zum Thema Stasi im Gundi-Film: Natürlich musste Andreas Dresen dieses Thema ausführlich behandeln. Hätte er das nicht getan, wäre die öffentliche Kritik daran groß. Ich bin mir sicher, dass er es im Film realistisch dargestellt hat.

Christine(R)

25.07.2018, 18:25

@ Pfeffi

Andreas Dresen in "aspekte"

Ja, das stimmt, Pfeffi, wir haben nicht nur ein Ost-West-Problem, sondern auch eines mit den Radiosendern. Wobei Gundi in der DDR sicher bekannter war, als Walter Mossmann bei uns, denke ich. Und SWR 3 hier bei uns ist schon lange kaum erträglich, was die Musikauswahl anbetrifft. Da reißt es auch tolle Comedy einfach nicht heraus.
Und was die Stasi-Geschichte anbetrifft: Wir stehen da in den westlichen Bundesländern natürlich an vorderster Front...aber dazu sind wir ja da, und Widerspruch übt. Der Widerspruch muß im Ernstfall aber natürlich auch superdifferenziert sein, mit viel Respekt vor den Opfern, aber auch sehr viel Respekt davor, dass diese Grenze zwischen Tätern und Opfern nicht so einfach zu ziehen ist. Und wer das auf Dauer nicht kapiert, dass man aus Wessi-Sicht einfach nicht urteilen sollte, dem ist ja auch irgendwo langfristig vermutlich sowieso nicht zu helfen. Oder könnte dann doch der Film eine Möglichkeit sein, so jemanden zu überzeugen? Mal schauen!

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