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Pfeffi(R)

25.06.2018, 11:59
 

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy (allgemein)

Da ich bekanntermaßen nicht bei Fakebook bin, möchte ich hier eine kleine Diskussion beginnen zu euren Eindrücken vom letzten Wochenende in Hoyerswerda, also vom Abschlusskonzert des Europa-Projektes, vom Konzert der Liedgefährten und all ihrer Gäste bis hin zur Nacht-Session im Kufa-Café mit Alexander Scheer und der frisch eingeweihten Schaltzentrale. Ich glaube, das alles war für viele ein Wochenende, an welches man noch gern und lange zurückdenken wird.
Das Wetter des Wochenendes sollten wir wohl vergessen....

Pfeffi(R)

25.06.2018, 12:05

@ Pfeffi

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Zu eurer Information:
Im MDR-TV, Sendung "Sachsenspiegel" vom 24.6., 19 Uhr, kam ein Beitrag mit Interview Uwe Proksch zur Schaltzentrale und Ausschnitten vom Konzert der Liedgefährten. Müsste in der Mediathek zu sehen sein.

Christine(R)

25.06.2018, 12:53

@ Pfeffi

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Ich war völlig begeistert von der Brigadefeier. Ich habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging. Für mich ist besonders schön, daß ich bei den Liedgefährten viele Lieblings-Lieder höre, die ich von youtube - Videos kenne, die selten oder gar nicht gesungen werden und auch meist auf keiner CD sind. Deswegen bin ich da immer völlig hin und weg!

Dann war ich auch sehr glücklich über die lange Einlage der Jungen Wilden um Linda. Zahlreiche Lieblingslieder sind auch hier gesungen worden. Und es ist einfach nur schön, dass auch jüngere Leute Gundis Musik lieben. Und sie mit so viel Kraft singen.

Herrlich, dass man die Chance hatte, Auszüge aus dem Feuerstein-Programm sehen zu dürfen, und das eben nicht in Videos, sondern live! Das ist gerade für Weitangereiste oder für Jüngere, die diese Chance noch nicht hatten, etwas ganz Besonderes. Der kleine und der große Klaus, der Demokratietango. Immer gleichzeitig witzig und traurig zugleich - so wird es eben Tag!

Der Bürgerchor: traumhaft schön, auch die Aufstellung am Rand - wir genossen ihren Gesang mittendrinnen!

Besonders gefreut habe ich mich, dass Hisztory unter den Gästen war! Er gehört einfach dazu und darf nicht fehlen. Und Johan Meijer und Jos Koning am Kufa- Eingang, wie herrlich für Besucher und Fernseh-Team, wenn sie gleich so empfangen werden. Danke an Jörg Bogadtke für spontane Liedeinlagen und gemeinsames Liedersingen.

Und mir hat das gemeinsame Essen bei unserem Verein sehr gefallen! Gelegenheit für schöne Gespräche, die ich so sonst nicht führen kann.

Ines(R)

25.06.2018, 12:57

@ Pfeffi

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

» Zu eurer Information:
» Im MDR-TV, Sendung "Sachsenspiegel" vom 24.6., 19 Uhr, in der Mediathek:
Sachsenspiegel ab 10:04

Christine(R)

25.06.2018, 15:49

@ Ines

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Ines, vielen Dank für den Link! Der ganze Presserummel war auch ganz schön heftig.

Christine(R)

25.06.2018, 18:52

@ Ines

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Lausitzer Rundschau über das Europakonzert. Ich mußte einen Tagespass lösen, so ein Ärger aber auch, weil ich diesen Monat schon zuviel in die Lausitzer Rundschau geschaut hatte. Kann ich ja verstehen! ;-)

https://m.lr-online.de/lausitz/hoye...eder-erobern-europa_aid-23588489

Christine(R)

25.06.2018, 19:33

@ Christine

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Gundermanns Lieder in Europa- Treffen auf der Raststätte...

Das wunderbare Wochenende war vorbei! Kilometerfressen in Richtung Heimat, bißchen Stau bei Chemnitz, Rast in der Pegnitz.
Ich kämpfe mit dem Kaffeeautomat, da höre ich auf einmal eine ganz vertraute Stimme.
Alex Morelli steht plötzlich neben mir. Piero sitzt am Tisch und futtert noch ein paar Pommes, dann geht es weiter.

Das Schöne ist: die Beiden wohnen quasi bei uns um die Ecke. Wir möchten gerne weiter zusammen übersetzen. Und am 23.6. kommen Alex und Piero zur Randgruppencombo. Die Beiden waren bei der Brigadefeier gewaltig überrascht und begeistert.

Jürgen(R)

26.06.2018, 08:53
(editiert von Jürgen, 26.06.2018, 08:58)

@ Christine

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Es war ein sehr schönes und intensives Wochenende in Hoywoy.

Da wir am Donnerstag bereits in der Wabe, eine tolle Veranstaltung zu Gundis 20.Todestag besucht hatten, die sehr lange ging, sind wir schon etwas angeschlagen nach Hoywoy gefahren. Doch als wir am Freitag in der Kufa eintrafen und all die bekannten und noch unbekannten Gesichter sahen, spürten wir sofort etwas besonderes - die Wärme - an diesem kühlen Freitag. Die schwarze Katze brachte uns alle zusammen zum Vereinstreffen. Alles war zunächst wie ein Jahr zuvor, bei meinem ersten Vereinstreffen, doch es war an diesem Abend zunächst eine besondere Spannung zu spüren. Die vielen Musiker und Gäste waren noch etwas aufgeregt, vor ihren Auftritten. Der Saal der Kufa füllte sich, sehr schön für Alle, die in der vergangen Woche so intensiv übersetzt, gelernt und geprobt haben. Ich stellte meine Videokamera auf das Stativ, nachdem ich einen guten Platz gefunden hatte, der es mir ermöglichte zwischen Sitzplatz und Kamera hin und her zu springen. Der Verein hatte mich gebeten, die Veranstaltung aufzuzeichnen. Heute kann ich sagen, es hat sich gelohnt, denn das Programm war sehr Abwechslungsreich. Die Achterbahn der Gefühle, während der Veranstaltung, erzeugte Tränen, Lachen und auch Gänsehaut.
Hut ab vor Johan und allen Beteiligten auch im Vorfeld und des Abends.
Der Auftritt von Christian und Mario rundete den Abend ab. In der Pause und nach der Veranstaltung gab es in der KUFA viel Lob und Anerkennung für den Abschluss des Europa Projekts.
Gundi hatte es geschafft, mit seinen Liedern, Europa nicht untergehen zu lassen, sondern lebendig und lebensfroh gemeinsam auf der Bühne singen und musizieren zu lassen.
Tag 2 des Vereinstreffens. Die Mitgliederversammlung versprach auch an diesem Samstagvormittag für mich etwas besonderes zu werden, denn ich hatte noch nie die Versammlungsleitung in der Hand. Manchmal stellt man sich gern, auch neuen Herausforderungen für eine gute Sache.
Zum spontanen Besuch am Grab von Gundi und Bernd hatte Grit aufgerufen. Mit 18 Leuten standen wir an den Gräbern der beiden Freunde. Genau zu diesen Zeitpunkt öffnete der Himmel seine Schleusen und es regnete ziemlich kräftig, so dass sich die Regentropfen auch mit mancher Träne mischten. Auf der Rückfahrt hörte der Regen auf und ein paar Sonnenstrahlen zeigten sich (welch ein Zufall???). Jetzt waren wir hin und her gerissen. Gehen wir zur Pena oder erst mal eine kurze Erholung.
Letztes half uns auch den Samstagabend gut zu überstehen. Im ausverkauften Saal der KUFA knisterte es vor Spannung und Erwartung. Was dann passierte hat viele zu Tränen gerührt, Gänsehaut beschert, Schweißperlen auf die Stirn gelegt o.a.. In der Pause hörte ich vor dem Saal u.a. die Worte "... dass können die doch nicht machen, mein Herz zerspringt doch!!!!!!". Ja die Brigade Feuerstein, die Liedgefährden und Lindas junge Wilden live zu erleben, war ein einzigartiges Erlebnis. Etwas ganz Besonderes war der Bürgerchor Hoyerswerda, der nicht nur durch seine einzigartige Aufstellung im Saal eine besonderen Effekt erzeugte. Hut ab vor Alexander Scher, der es sich nicht nehmen lies, bei dieser Veranstaltung dabei zu sein.
Bei der Night session im Cafe Auszeit, hielt es uns dann spontan noch mal gefangen. Solche Momente muss man einfach genießen, denn das Leben ist so kurz und kann so schön sein. Es wurde nach Herzenslust musiziert und gesungen in lockerer Runde - Wahnsinn!
Den langen Nächten und der verteilten Unterbringung war es wohl geschuldet, dass zum Lesefrühstück nur eine eher geringe Beteiligung zu verzeichnen war. Voller positiver Eindrücke fuhren wir nach Berlin zurück.

Bis bald Jürgen und Marion

Pfeffi(R)

26.06.2018, 14:33

@ Jürgen

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Danke liebe Freunde, die ihr bisher etwas über dieses schöne Wochenende geschrieben habt! Ich sehe das ganz genau so. Und sicher werde ich mir irgendwann auch den Videomitschnitt von der grandiosen Session in der Nacht zum Sonntag im Café Auszeit ansehen...

Hier mal eine Idee, die ich eigentlich in ähnlicher Form schon lange habe: Von der Brigade Feuerstein gibt es offiziell ja nur die 1988er LP/CD "Männer, Frauen und Maschinen". Die früheren Lieder, von denen wir einige im Konzert hörten, gibt es höchstens als Schwarzmitschnitte in schlechter Tonqualität, wenn überhaupt. Ich könnte mir eine richtige offizielle CD mit den schönsten Feuerstein-Liedern zwischen 1978 und 87 vorstellen, eingespielt im Studio von den Liedgefährten, ggf. mit Gästen. Dazu zähle ich z.B. die Gundi-Versionen von Children of the Revolution, Imagine, A hard days night, aber auch das Lied der Raumschiffe und Kosmonauten, Linke Polonaise, Rote Liedlok, Dampfmaschine, Einheitsfront, Leben im Auge des Hurricans oder Enfant perdu - und selbstverständlich den Demokratietango.
Diese Lieder sollten nicht in Vergessenheit geraten.

hugo57(R)

26.06.2018, 14:47

@ Pfeffi

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Ach du nun wieder ... Mal abgesehen von der Tatsache, dass es organisatorische ein relativ hoher Aufwand wäre, die verschiedensten Leute ins Studio zu bekommen, scheitert es spätestens bei den "geliehenen" Songs an der Rechtslage. Deutsche texte sind eine Veränderung des Originals und bedürfen der Genehmigung der entsprechenden Erben, Verlage usw. Aber ansonsten keine schlechte Idee!

Danke auch noch mal an alle, die die letzten Tage und Wochen und natürlich besonders das vergangene Wochenende zu einen außerordentlichen Erlebnis gemacht haben. Davon kann man zehren ... Wir sehen uns.

Pfeffi(R)

26.06.2018, 15:31

@ hugo57

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Danke, Hugo!
Stimmt, an die Autorenrechte z.B. von Lennon/McCartney, habe ich gar nicht gedacht. Da kann man dann nur die Eigenkompositionen bzw. die von Alfons (mit dessen Zustimmung) nehmen. Oder notfalls doch wieder ein Schwarzalbum für private Zwecke, welches nicht in den Handel kommt...
Gruß vom Pfeffi

Christine(R)

26.06.2018, 16:26

@ Pfeffi

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Ein Text, der auf Facebook sehr viel Beachtung findet, ist von Grit Maroske

Frühstück für immer

Zum 20. Todestag von Gerhard Gundermann

Wie kann ich eine Woche emotionalen Overload in ein paar Sätze packen? Wie kann ich euch, die ihr nicht in Hoyerswerda dabei gewesen seid, nur einen Bruchteil von dem nahebringen, was wir hier erlebten? Mein Herz läuft über und in meinem Kopf tanzt ein buntes Kaleidoskop von Eindrücken.

Am besten, ich fange am Ende an. Der Sonntag nach der Brigadefeier zu Ehren Gerhard „Gundi“ Gundermanns Leben und Wirken ist der Abgesang einer vollgepackten Woche. Nach Symposium, Filmvorführung,Workshop europäischer Liedermacher, Texten, Proben, Generalproben, Enthüllung einer Gedenktafel am Ossi, Einweihung der Schaltzentrale, Aufführung von „Gundermanns Lieder(n) in Europa“, einem furiosen gemeinsamen Konzert von Gundis Liedgefährten, dem Bürgerchor, den „Jungen Wilden“ und einer durchsungenen Nacht im „Cafe Auszeit“ finden sich nach und nach alle ein, die noch nicht abgereist sind.

Wir sitzen an einer langen Tafel im Seminarraum der KUFA und teilen Brot und gekochte Eier, Schinken und Marmelade, Erlebnisse und Gespräche. Normalerweise sind wir, die wir am Sonnatg nach so einem Gundermann-Wochenende zusammenkommen, vielleicht so 10 Leute – übermüdet, aber glücklich und „härter als der Rest“. Dieses Mal reichen die Stühle nicht aus, die Brötchen werden knapp und auch alle die, die in Hotels und Pensionen geschlafen haben, trudeln einzeln oder in kleinen Gruppen ein, um ein letztes Mal diese ganz besondere Stimmung einzufangen und ein Teil davon zu sein.


Die Kaffeemaschine fährt ihre dritte Schicht, und es ist immer noch nicht genug. Wir können uns nicht trennen, wir wollen nicht aufstehen und nach Gottweißwohin fahren, in unseren Alltag, unser anderes Leben zurückkehren, ohne noch einmal in unseren gemeinsamen Erlebnissen zu schwelgen, ohne noch einmal unsere Gedanken auszutauschen, ohne uns noch ein bisschen besser kennenzulernen. Wir wollten doch noch Adressen austauschen, CDs übergeben, eine rauchen, nur noch ein Lied gemeinsam singen, uns etwas vorlesen und diesen Moment hier festhalten. Wenn es doch möglich wäre, hier und für immer zu sitzen und zu frühstücken.

Es regnet. Eigentlich regnet es schon das ganze Wochenende mehr oder weniger durch. Gundi mochte den Regen, wir brauchten ihn, denn hier war alles staubig und trocken und heiß vor diesem Wochenende. Das Gras, Anfang der Woche noch dürr und grau, wuchs nun wieder hoch und grün. Wir stehen immer wieder in Trauben draußen, trotz des Regens, wir rauchen, wir reden, und manchmal stehen wir nur da und halten das Gesicht in den Himmel und lassen unsere Tränen vom Regen tarnen.

Am Samstag waren wir Gundi in Kühnicht besuchen. Aus dem Nieselregen, der uns bis vor den Friedhof begleitete, wurde ein Wolkenbruch, als wir am Grab standen. Irgendwie hatten die Besucher, die vor uns herkamen, den gleichen Gedanken wie wir gehabt. Auf den Gräbern von Gundi und Bernd drängten sich die Sonnenblumen, wiegten sich im Regen und strahlten in kräftigem Gelb. Der Regen wurde von Sekunde zu Sekunde stärker, als würde da oben einer mit uns weinen. Als wir dann am Parkplatz wieder in die Autos einstiegen, hörte er schlagartig auf und die Sonne kam heraus. Ich will das gar nicht werten, ich will das gar nicht interpretieren, aber das war einer dieser Momente, von denen wir am Wochenende hunderte hatten und die sich im Nachhinein, vielleicht kitschgig oder unglaubwürdig anhören und die doch genau so geschehen sind. Ein anderes Beispiel war der Moment, als die Liedermacher in Senftenberg probten und eine schwarze Katze erschien, sich auf das Fensterbrett setzte und andächtig lauschte. Oder der Moment, als Gundis Tochter Linda mit seinem Hut auf dem Kopf auf die Bühne trat, und alles eins wurde: Zukunft, Vergangenheit, Trauer und Hoffnung. Als ich dachte: Wenn das hier möglich ist, dann wird vielleicht doch noch alles gut. Da steht die nächste Generation, mit Leidenschaft, mit Mut, und macht weiter. Wie soll man da nicht Herzklopfen bekommen. Wie kann man da nicht daran glauben, was Gundi immer glaubte: dass dieses irdische Leben nur eine Form der Existenz ist.

Christine(R)

26.06.2018, 16:27

@ Christine

Eindrücke vom Wochenende in Hoywoy

Fortsetzung des Texts von Grit Maroske


Überhaupt war Gundis Geist in dieser Woche überall zu spüren. Er wehte durch das Haus, zauberte Lächeln in Gesichter und umarmte die, die Trost suchten. Ich habe selten so ein Vibrieren von Energie, von Lebensfreude und Gemeinschaft erlebt wie in diesen Tagen.

Es ist mir nicht möglich, einen Höhepunkt dieser Woche zu nennen. Denn diese gesamte Woche bestand aus Höhepunkten, und immer wenn ich dachte: besser kann es nicht mehr werden! wurde es noch grandioser.

Die Brigadefeier war wie ein Treffen einer Familie, die man sich selbst ausgesucht hat. Da bleibt keiner allein, da wird keiner zurückgelassen oder ausgeschlossen. Völlig fremde Menschen finden sich in vertrauten Gesprächen wieder, umarmen sich und teilen Taschentücher aus, wenn die Augen überlaufen vor Glück oder Rührung oder Vermissen. Gundi hat uns alle zu (s)einer Seilschaft gemacht. Uns alle verbindet die Liebe zu dem, was er zu Lebzeiten geschaffen hat. Uns alle verbindet auch der Wunsch, etwas von seinem Erbe zu erhalten, zu pflegen und weiterzutragen.

Gerhard Rüdiger Gundermann – genannt Gundi – ist mit seinen Liedern Lebensmittel für viele geworden, so wie er es sich mal gewünscht hat.
Es sind viele Berichte über das Brigadewochenende in den Zeitungen erschienen, es gibt Alben voller Bilder, Videos und Mitschnitte, deshalb will ich hier auch gar nicht erst alle Programmpunkte extra besprechen und beschreiben. Statt dessen möchte ich mit einer kleinen Geschichte enden, die euch zeigt, wie Gundi mit seinen Liedern in mein Leben kam und was er mir bedeutet.
Irgendwo in Hoyerswerda wuchs vor vielen Jahren ein Löwenzahn. Vielleicht am Busbahnhof in WK 9, an dem die Schichtbusse im Mintentakt ein- und ausfuhren. Erst waren es nur kleine grüne Blättchen. Dann zeigte sich ein Stengel.
Ein paar Tage später entfaltete sich eine Blüte, leuchtend gelb. Bienen schwirrten heran. Käfer setzten sich nieder. Schmetterlinge umtanzten die Blüte. Die Natur nahm ihren Lauf, nach dem kräftigen Strahlen veränderte sich die Blüte. Sie wurde grau und zart und teilte sich auf in hunderte kleine fedrige Samen. Ein Mädchen kam vorbei, nahm die Pusteblume in die Hand und hielt sie ins Licht. Das Mädchen fragte sich, ob die Pusteblume wohl Schmerz dabei empfindet, wenn alle ihre Kinder sich von ihr lösen, ob sie wohl traurig wäre, wenn sie jetzt stirbt. Dann blies sie kräftig ihren warmen Atem auf die Blütenkugel. Die Schirmchen lösten sich und flogen in alle Richtungen davon. Es war ein warmer Sommertag im Juni.

Einer der Samen landete auf einem Spielplatz. Einer auf einer Kuhweide. Einer segelte zwischen Betonplatten. Und einer landete in meinem Haar.
Unbemerkt schlug er zarte Wurzeln. Die Wurzeln brauchten Jahre, um durch meinen Kopf in mein Herz zu wachsen. Von dort aus wuchsen sie in meine Hände. Nun hängen an meinen Fingerspitzen kleine Fallschirmchen mit Samen, und wenn ich zart puste, lösen sie sich und schweben davon. Es tut nicht weh, und ich werde sterben können in der Gewissheit, dass aus meinen Samen irgendwo neue Pusteblumen entstehen. Vielleicht wird Futter für die Kühe daraus. Vielleicht werden Kinder auf einem Spielplatz sich Kränze daraus flechten. Vielleicht sprengt einer eine Platte aus Beton. Ein Universum voller möglicher Leben.
Abschied und Hoffnung sind Geschwister.


Mit besonderem Dank an: Kulturfabrik Hoyerswerda / Gundermanns Seilschaft e.V. / Christian Haase & Mario Ferraro / Tina Powileit / Brigade Brigitta / Brigade Feuerstein / Hugo Dietrich & Carmen Orleb / Gundermanns Liedgefährten / Conny und Linda / Christine Thom-Schindowski & Johan Meijer / Richard Engel und Petra Kelling / Anja Köhler / Die jungen Wilden / Bürgerchor Hoyerswerda / Pille & Uwe für übermenschlichen Einsatz / Liedermacher, Texter und Musiker, die “Gundermanns Lieder in Europa” möglich gemacht haben und an alle Beteiligten, die vor, hinter, auf der Bühne vorbereitet, Spenden gesammelt, Pläne geschmiedet, Zimmer gebucht, Leute zusammengebracht haben und uns so eine unvergessliche Zeit schenkten.

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