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Christine(R)

26.05.2018, 17:02
 

Die holländische Übersetzerin...! (Gundermann)

„Ein echtes gelebtes Europa bleibt meine Utopie“, sagt die holländische Sprachwissenschaftlerin Diete Oudesluijs. Sie findet es schade, daß man kaum etwas von der Geschichte der anderen europäischen Länder weiß. „Und die EU interessiert das gar nicht. Dann sind Lieder und das Gespräch darüber schon mal ein guter Anfang“.

Sie selbst hat einen Anfang in Sachen Gundermann schon lange hinter sich: Zusammen mit ihrem Mann, Johan Meijer, hat sie seit 2005 Gundermann ins Holländische übersetzt und erprobt sich jetzt an den Übersetzungen von Gundis Liedern ins Englische.

Welches von Gundis Liedern sie am meisten liebt? Da braucht sie nicht lange nachzudenken: Es ist „Herzblatt“. Wie auch Manfred Maurenbrecher und David Robb (der irische Teilnehmer) hat sie ihren Doktor gemacht, sogar doppelt, ist Historikerin, Germanistin und Niederlandistin. Seit Jahrzehnten ist sie als Dolmetscherin selbstständig, hat bei der Polizei, an den Grenzen, im Gericht und in der Industrie gearbeitet. Und Europa war für sie immer auch Russland und Türkei inbegriffen. Sie lebt mit ihrem Mann in Berlin und in Amersfoort.
Wenn sie sonst oft auch „hohe Tiere“ gedolmetscht hat, was ist dann jetzt das Schwierige an der Übersetzung von Gundis Liedern? „Eine 1:1 Übersetzung ist kein Problem“, berichtet sie, „auch nicht unbedingt das Ersetzen von Bildern, die es bei uns so nicht gibt. Da kann man kreativ rangehen, braucht aber etwas Zeit und Einfallsreichtum. Die harte Arbeit ist, diese Rohzeilen dann mundgerecht und singbar hinzukriegen…“ - und mehr dazu hören wir von ihr im Juni beim Symposium in der Kufa, wenn sie über die Übersetzungen von Gundis Texten referiert.

Wie so viele hatte sie das Gefühl, zu spät zu sein, als sie von Gundis Tod hörte, damals, in Cottbus, im Autoradio, zusammen mit ihrem Mann. Engagement für Gundis Lieder ist für sie nichts Ungewöhnliches, denn sie hat sich auch schon für vieles Andere engagiert, für das die Mitmenschen meist nicht die Zeit aufbringen: Für Zwangsarbeiter und für die KZ-Gedenkstätte Amersfort zum Beispiel. Außerdem hat sie Erfahrung im Übersetzen und Publizieren von Sachbüchern, Fachbüchern zur Migration von Holländern und Flamen, Fachbeiträgen zur Shoah, Gedichten und von Redebeiträgen bei Literatur- und Kinderfestivals. „Nederossi“ heißt ihr Unternehmen natürlich nicht rein zufällig, die Bindung zu Ostdeutschland ist für sie und ihren Mann ein wichtiger Punkt. Und als Sprachwissenschaftlerin schätzt sie an Gundis Liedern am meisten die Sprachbilder, die so ungewöhnlich sind…

Mehr hört ihr von Diete beim Symposium! Und natürlich indirekt auch in den Konzerten (beteiligt ist sie ja an den holländischen und englischen Übersetzungen von Gundis Liedern).
Gundermann-Symposium, Eintritt frei. Sonntag, 17.6.18, Kulturfabrik Hoyerswerda, Braugasse 1, 14-18 Uhr.

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