„Aktion Eichhörnchen“ (1999 - 2006)

Ein Rückblick von Wolfgang Meyer

„Wir sägen schneller an dem Ast, auf dem wir sitzen, als uns Flügel wachsen.“ (Gundi)


Gerhard Gundermann war Tagebaumaschinist und Musiker. Weniger bekannt ist der „Öko-Spinner“, der sich Gedanken um unsere Zukunft machte. Lieder wie „Halte durch“ und „Grüne Armee“ spiegeln das wider.

Deshalb gründete sich auf dem ersten Vereinstreffen die offene Arbeitsgemeinschaft Ökologie. Auf der Suche nach Betätigungsmöglichkeiten startete schon im November 1999 die erste „Aktion Eichhörnchen“ im Tharandter Wald. Unter Anleitung des lokalen Försters steckte und pflanzte in Grillenburg eine Gruppe von acht Aktiven (darunter ein Kind) Eicheln und Buchensämlinge in den Randbereich des Fichtenwalds. „Ökologischer Waldumbau“ war die dazugehörige Überschrift. Eine Fortsetzung wurde beschlossen, allerdings sollte sie an den meist freundlichen Herbstanfang gelegt werden.

Junge EicheSo geschah es dann auch. Der Kreis der MitmacherInnen war 2000 größer geworden (zwölf Erwachsene, drei Kinder), darunter auch zwei Frauen aus dem Pirnaer RIO e.V. Passend dazu unsere neue Herberge, der Jugendfreizeithof Grillenburg, nachdem uns im Vorjahr noch eine kleine Forsthütte Unterkunft bot. Hier gab es jetzt schöne Zimmer, einen Essenraum nebst Gemeinschaftsküche, auch einen Lagerfeuerplatz. Dieses Mal sammelten wir erst Samen von Eichen, Ahorn, Hainbuche und Weidenröschen, die Eicheln fanden anschließend ihre bekannte Verwendung. Abends dann Grillen am Feuer und Gundi-Filme.

2001 bekamen wir eine neue Aufgabe: Schutz von jungen Weißtannensämlingen vor Wildverbiss. Es war wohl unser beteiligungsstärkstes Jahr, 20 Erwachsenen und neun Kindern (ca. die Hälfte vom RIO e.V.). Das Folgejahr 2002 wurde durch das August-Hochwasser geprägt, auch hier: In einer überfluteten Bachniederung mussten die Bäume geschlagen werden und wir räumten nun die abgetrennten Äste heraus. Und auch 2003 standen Aufräumarbeiten an, diesmal nach Rodungen wegen des Borkenkäferbefalls.

Junge WeißtanneDie „Aktion Eichhörnchen“ von 2004 musste leider wegen sehr widrigen Wetters kurzfristig abgeblasen werden. 2005 galt es, selbst neue Arbeit zu suchen, da der Förster anders ausgelastet war. Wir fanden sie im Forstbotanischen Garten in Tharandt, es waren Baumscheiben zu entkrauten. 2006 waren wir wieder dort und pflanzten Sitkafichten. Außerdem bekamen wir eine Sonderführung durch diesen Garten.

Danach hat es aus verschiedenen Gründen nicht mehr geklappt mit der Organisation. Zur Haben-Seite der AG Ökologie gehört aber unbedingt noch das 2000er Bildungswochenende in Neustadt/Spree mit dem Umweltpädagogen Karsten Nitsch zu den Folgen des Braunkohlebergbaus und den Selbstheilungskräften der Natur.

2009 organisierte der Verein dann das Wochenendseminar „Grüne Armee“ mit Diskussionen und Exkursionen zur Lage der Braunkohleverstromung in Brandenburg, Konzepten des weiteren Verfahrens und Beispielen des Ausstiegs.


„Es läßt sich gut von der Industrie leben, aber nicht mit ihr.“ (Gundi)

1999
1999

2000
2000

2001
2001

2002
2002

letzte Änderung: 2020-03-28T01:04+0100