Lutz Kirschner

"ach ich käme doch so gerne wieder" – Vereinstreffen 2010

Die schwarze Katze war wieder da, ich habe sie gesehen. Sie schlängelte sich am Café Pinguin zwischen die Stühle, lief über den Rasen und verschwand dann zwischen den parkenden Autos. Für Gundi-Fans ein gutes Zeichen ... Gestreichelt werden wollte sie freilich nicht.

Am Freitag Abend trafen sich die ersten Vereinsmitglieder auf der Terrasse der KuFa. Bald war ein Feuer angezündet und man unterhielt sich, tauschte aus, was so los war, seitdem man sich das letzte Mal gesehen hatte – beim vorjährigen Vereinstreffen, bei den Gundermann-Partys im Oktober in Berlin oder im Februar in Hoywoy. Leider fand dadurch der Dokfilm "Träume der Lausitz" von Bernhard Sallmann wenig Zuspruch. Ein ruhiger Film mit Kameraschwenks im Zeitlupentempo über die Landschaften der Lausitz nach der Eisenzeit. Interessant die Interviews: Ein junger Wolfsspurleser als Protagonist naturnahen Lebens, der Leiter der IBA voller Stolz auf kreative Ideen. Der arbeitslose Bergbauingenieur, dem im heutigen Hoyerswerda seine alte Heimat verloren geht und der im Funk neue Kontakte sucht. Der Stadtplaner, der nun mit Findlingen und Baumreihen neue Landschaften gestaltet. Der Bauer, der den andauernden Verlust an Landschaft und Dörfern durch den gegenwärtigen und zukünftigen Braunkohleabbau beklagt. Keine blühenden Landschaften also, aber immerhin Vielfältigkeit und Auseinandersetzung. Reicht das schon als Basis für Zukunft? Wenn einen ein Film nachdenklich macht, kann er so schlecht nicht gewesen sein. Vielleicht sollten wir mal eine Doppelaufführung machen: "Die Schmerzen der Lausitz" von Peter Rocha aus dem Jahr 1990 und "Träume der Lausitz" von 2010.

Die Mitgliederversammlung war anstrengend, erholsam dagegen die Peña. Wieder waren daran viele Leute vom Verein beteiligt. Fleisch und Würste waren zu besorgen, Salate herzurichten gewesen, der Grill musste angeworfen und beaufsichtigt werden, Empanadas waren vorzubereiten und zu backen, die Teller waren abzuwaschen. Mir hat es geschmeckt, und ich fand es toll, dass so viele mitmachten und alles zusammenpasste. Das Lagerfeuer brannte, die Regenwolken verzogen sich, Gundermann-Lieder waren zu hören von Christian Völker & Marie und Jörg Bogadtke. Axel Stiller sang eigene, durchaus eindrucksvolle Songs.

Am Abend gab es dann das Konzert der Gruppe SOLL SEIN, drei Stunden Gundermann mit der ehemaligen Band von Bernd Nitzsche und dem neuen Sänger Tobias Kroggel. Ich würde vermelden wollen: Ein neuer großartiger Gundermann-Interpret hat sich vorgestellt. Mich hat er sowohl bei den harten und lauten Rock-Titeln wie bei der Akustikrunde (u.a. "schwarze galeere", "fliegender fisch", "brunhilde") überzeugt. Vielleicht hat Pille am Anfang etwas zu sehr aufgedreht, jedenfalls wackelten die Scheiben der KuFa und die Bässe waren bis in die Bauchhöhle zu spüren. Da musste ich am Lagerfeuer zwischendurch mal Luft holen, den abschließenden Rockteil aber habe ich im Saal komplett erlebt. Es war laut, die Leute haben mitgesungen und getanzt. Eine klasse Gundermann-Band, die sicher auch für Auftritte außerhalb Hoyerswerdas gut ist. Das Konzert haben sich übrigens auch die Brüder Magister und Leute der Brigade Feuerstein nicht entgehen lassen, die am Sonnabend und Sonntag für ein Programm "50 Jahre Beatles" probten. Es steigt am 18. September in der KuFa.

Bis dann oder bis zur Gundermann-Party in Berlin am 9. Oktober. Ob die schwarze Katze wieder vorbeikommt?


siehe auch:
Programm
Die Hexe vom Lumpenwald

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Versammlung

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Pena

Pena

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Soll sein

letzte Änderung: 2010-09-21T22:03+0200