"lass die kellertüre angelehnt"
10. Vereinstreffen in der KuFa Hoywoy

Ankunft Freitag - das Wetter in Ordnung und Ruhe vor dem Haus. Im Gepäck das neue Doppel-Album von Buschfunk, frisch gepresst aus Berlin eingeflogen und nur 25 Stück geordert - man wird sehen.

Erster Punkt unseres Vereinstreffens ist an diesem Abend der 30. Geburtstag der Brigade Feuerstein, der von ihnen selbst und Petra Kelling vorbereitet und durchgeführt wird. Zu Beginn als Überraschung die Info von Petra - alles am Rande dieses Abends lag und liegt in den Händen der Kinder der „Feuersteine“: Deko, Fotoaustellung, Einlass, Verkauf und vieles mehr. Und die knieten sich mit Begeisterung rein, wie ich z. B. bei Linda am Verkaufsstand beobachten konnte. (Lediglich mein Hinweis am Ende, dass auch die Schlussabrechnung dazugehört, erzeugt leichtes Augenrollen; verzeihbar nach einem langen, intensiven Abend.)

Die Kulisse konnte nicht eindrucksvoller für alle Besucher sein, die die „Feuersteine“ vielleicht das letzte Mal vor genau zehn Jahren gesehen hatten. Schon die Fotoausstellung, zusammengestellt aus den privatesten Bereichen der „alten“ Feuersteine, vermittelte einen überwältigenden Eindruck von der damaligen Familie oder Brigade. Mit diesen Bildern im Kopf dann in den Saal. Nach kurzen Begrüßungsansprachen nahm die „Brigade“ die Bühne in Besitz und spielte für das und mit dem Publikum einen begeisternden Abend lang. Und das Publikum spielte mit, man hätte meinen können, die zehnjährige Pause hätte es nicht gegeben. Teilweise gab es musikalische Unterstützung von Feuerstein-Kindern, zusätzliche Beiträge kamen von den Gästen Heiner Kondschak, Bernd Rump und Johan Meijer. Ein wirklich gelungener Abend, den kleinere Pannen bei Text oder Mikro nicht trübten. Neben dem künstlerischen Genuss trug auch die Tatsache, dass Alfons Förster wieder seinen Platz als musikalischer Leiter bei den Feuersteinen eingenommen hatte, zum Erfolg des Abends bei.

Nach diesem Ereignis besorgte Gedanken an den folgenden Abend - dem des Berliner Gundermann-Tribut-Konzerts. Wie viele Freunde werden in HoyWoy bleiben? Die Mitgliederversammlung am Sonnabend war wie in den letzten Jahren mit fast 30 Teilnehmern besucht. Und danach machten sich auch einige auf den Weg nach Berlin - versehen mit dem Auftrag, im Forum darüber zu berichten.

Doch unsere Bedenken für den Zuspruch zum Konzert in der KuFa waren völlig unnötig. Der zweite Abend sah einen ebenso vollen Saal und ein gleichfalls begeistertes Publikum. Die Eröffnung durch Johan Meijer und seine Freunde vermittelte allen keinen anderen Gundermann, aber einen sprachlich anders klingenden - Gundi auf holländisch ist erst einmal ungewohnt. Es war erfrischend, wie er uns hier gereicht wurde, und auch die eigenen musikalischen Eindrücke von Johan wurden von ihm und seinen Musikern virtuos präsentiert. (Geschichtliche Anekdote: Während dieses Konzerts mit jeweils zwei holländischen und russischen Begleitmusikern fand das Fußball-Europa-Duell zwischen Holland und Russland statt; Johan "untersagte" scherzhaft dem Publikum die Benutzung seiner Handys.)

Dann der gelungene nahtlose Übergang zu Bernd Nitzsche mit Band. Maik "Pille" Pillokat an den Reglern hatte seine kraftvoll daher kommenden Pappenheimer gut im Griff. Es gab zwar ein paar Zuhörer, denen es zu laut war, aber die überwiegende Mehrheit sang einfach ebenso laut das Meiste mit. Es gab einige ungewohnte Interpretationen, aber sie wurden gekonnt serviert. Begeistert hat mich auch die stark verbesserte Qualität der Satzgesänge und dass Bass und Schlagzeug nicht, wie manchmal in der Vergangenheit versuchten, den Sänger zu übertönen.

Dass beide Abende in Gesprächen am Feuer und Gesang zur Gitarre erst in den frühen Morgenstunden endeten, brauch ich für alle, die schon öfter bei einem Vereinstreffen dabei waren, nicht besonders zu erwähnen.

Der Ausklang des 10. Vereinstreffens war dieses Jahr nicht das sonst fast schon traditionelle „Frühstyxei“, sondern für einige von uns ein stiller Moment an Gundis Grab.

Ich möchte keine abschließende Zusammenfassung an dieser Stelle liefern - aber diese „Tankstelle“ KuFa in Hoyerswerda und der Verein sind immer wieder ein Ansporn, um hier weiterzumachen, wo Gundi zu früh enden musste.

Jörg Hauswald

siehe auch:
Programm
letzte Änderung: 2008-12-17T13:29+0100