GUNDERMANN-Party am 19.04.2008 in Dresden

Bericht und Fotos: Gundolf Zimmermann

Am 19.04.08 fand im Dresdner Theaterhaus Rudi die GUNDERMANN-Party unter dem Motto "Halte durch" statt. Veranstalter war der Verein GUNDERMANNs Seilschaft. Ein umfangreiches Programm in verschiedenen Räumen des Theaters bot für jeden Geschmack etwas. Für den Eintrittspreis von nur 10 Euro hatte der Verein zusammen mit dem Theaterhaus ein abwechslungsreiches und niveauvolles Programm auf die Beine gestellt. Das Angebot reichte von der Diskussion zum Thema "Braunkohlebergbau in der Lausitz" unter dem Theaterdach, einer offenen Liedermacherbühne im Theaterkeller, bis hin zum Dokumentarfilm und Livemusik im Theatersaal. Auch ein CD-Verkaufsstand war vorhanden, an welchem es natürlich die GUNDERMANN-CDs und andere Dinge zu kaufen gab. Sogar die neue CD von Bartsch und Band "Wer weiß schon wie" lag dort. Natürlich habe ich da sofort zugeschlagen... Für Speisen und Getränke war auch reichlich gesorgt, und so harrten wir bei netten Gesprächen der Dinge, die da an diesem Abend passieren sollten.

Kiltyfanad Den musikalischen Abend im Saal eröffnete die Band Kiltyfanad, welche den Bogen von irischer Musik bis hin zu GUNDI schlug. Etwas schüchtern und aufgeregt, aber mit viel Herz spielten sie sowohl irische Stücke wie "Gravel Walk", "Johnny's Wedding" und "Jenny's Wedding" als auch Gundi-Song's wie "Europa", "Gras" oder "So wird es Tag". Durch den Einsatz einer Geige und von Blockflöten entstand eine interessante Klangmischung, die wirklich mitreißend war und viele im Publikum zum Mitsingen bewegte. Das an und für sich sehr kurze Lied "Es kommt der Tag" wurde durch die Band durch einen schönen Instrumentalteil verlängert. Sehr schön, dass sie auch "Kleine leise Taurigkeit" und das vielen nicht bekannte "Menschenmädchen" spielten. Es gab viel Beifall für den rund einstündigen Auftritt von Kiltyfanad und so gab es als Zugabe noch den "Lohntag" zu hören.

Nach einer kurzen Umbaupause wurde dann der Dokumentarfilm "Die Schmerzen der Lausitz" aus dem Jahr 1990 gezeigt, der sich mit dem Thema Braunkohleabbau sehr kritisch auseinander setzte. Auch der "singende Baggerfahrer" Gerhard Rüdiger GUNDERMANN kam in diesem Film mehrmals zu Wort. Beklemmende Bilder aus den Tagebaugebieten und die dramatische Begleitmusik lösten sicher nicht nur bei mir widersprüchliche Emotionen aus.

Christian Haase Dann kam endlich Christian HAASE mit seinem Solo-Auftritt dran. Abwechselnd mit der Gitarre und an einem Flügel spielte HAASE neben eigenen Liedern wie "E.R.I.K.A." und "12einhalb" auch das umgedichtete russische Volkslied "Katjuscha", und der Party angemessen, natürlich auch so manche Perle aus dem Fundus von GUNDI... "War Dein Freund", "Keine Märchen", "Vater" oder "Wo soll'n wir hin" klingen bei HAASE und mit seiner Stimme als wären sie ihm auf den Leib geschrieben. Bisher hatte ich HAASE immer "nur" mit Band gesehen, aber auch solo schafft er es, mich und viele andere in seinem Bann zu ziehen. Ohne Schnörkel und geradeaus spielt und singt er sich durch seinen Auftritt und erzählt zwischen den Liedern allenfalls kurze Geschichten von seinem Geburtstag oder von seinem Vater, der gerade an Hexenschuß leidet. Natürlich kam HAASE auch nicht ohne Zugabe vom Mikrofon weg.

Regentanz Den musikalischen Reigen im Theatersaal beendete dann die Hallenser Band Regentanz. Auch sie spielten neben eigenen Material einige GUNDI-Lieder, hatten aber gestern mit kleineren technischen Pannen zu kämpfen. Am Anfang stimmte auch der Sound nicht, was sehr schade war, denn eigentlich will man ja bei einem Konzert auch etwas verstehen. Später fiel auch mal kurz die Anlage aus... In 5er-Besetzung rockten Regentanz durch's Programm. Besonders herausgeragt hat dabei meiner Meinung nach der ziemlich junge Gitarrist, der durch sein Spiel und seine Bewegung etwas Feuer auf die Bühne brachte. Richtig vom Hocker gerissen hat mich die Band an diesem Abend nicht, aber ich werde sie mir bestimmt irgendwann noch einmal anschauen.

Insgesamt gesehen war es ein schöner Abend und erst weit nach Mitternacht machten wir uns auf den Heimweg.


Bericht im Original erschienen bei www.deutsche-mugge.de.
Wir danken für die Erlaubnis zur Übernahme.

siehe auch:
Programm

Kiltyfanad

Kiltyfanad

Kiltyfanad

Christian Haase

Christian Haase

Regentanz

Regentanz

Regentanz

letzte Änderung: 2009-07-15T00:58+0200