Im Niemandsland

Die Gundermann-Party am 14. Oktober 2006 im Kulturhaus „Peter Edel“ war eine Veranstaltung wie wir sie uns wünschen: Musik, Diskussionen, Film, Gespräche, immer weit entfernt vom um sich greifenden „Mainstream“.

Hier einige Kommentare, Auszüge aus Briefen, im Vorbeigehen aufgeschnappte Gesprächsfetzen:

Wo soll ich landen, wenn der Tank leer ist?

Manchmal im Kulturhaus PETER EDEL in Berlin, besonders dann, wenn der Verein "Gundermanns Seilschaft e.V." die jährlich stattfindende "Gundermann Party" organisiert. Großes Dankeschön für diesen Abend, der noch eine Weile nachwirken wird. Es tut gut Menschen zu treffen, die auch nach Landeplätzen suchen und diese im täglichen Marktgeschrei nicht finden. Interessant ist die Erfahrung, dass die Gundermann–Lieder durchaus lebendig sind und Tänzer einen ganzen langen Abend bewegen können. Die Diskussion zum Thema "Im Osten was Neues" widerspiegelte die Realitäten, bestärkte eigene Ideen und regte zu weiteren an.
Ich wünsche den Vereinsmitgliedern und Ideenträgern weiterhin die Kreativität, die Ausdauer und die nötige Portion Leidenschaft, die Menschen brauchen, um etwas abseits vom "Mainstream" aktiv zu sein (Thomas).

Ich hatte gehofft, daß viele Leute kommen und war ganz erfreut, als das auch so war. (Sabine)

Es hätten auch noch ein paar mehr ins Kulturhaus reingepaßt, aber über 200 Besucher, das gab es - ehrlich gesagt – lange nicht mehr, umso erfreulicher, daß an diesem Abend ein „angenehmes Gedränge“ herrschte.

Atremáni gleich am Anfang fand ich gut, die hätten ruhig mehr spielen können. Gundermann mit irischen Instrumenten, hab ich noch nie gehört.

Bei dem Film über die Tagebaulandschaft mußte ich zwischendurch rausgehen, der macht einen ja depressiv.

„Die Schmerzen der Lausitz“ - so der Titel des Films - ist auch keine leichte Kost, aber...

...er war gut, Tagebaugeräusche, die in Musik übergingen, Musik, die wieder in Tagebaugeräusche zurück überging, erzeugten einen Klangteppich, den ich so ähnlich aus den Nächten meiner Kindheit im Tagebaurandgebiet kenne. Das Filmgespräch danach habe ich mir aber nur angehört, weil ich direkt neben dem Aufnahmegerät saß und mich nicht rausgetraut habe, aber das war dann doch ganz gut. (Carola)

Die Diskussion mit Daniela Dahn war auch gut, habe aber nicht alles verstanden, weil ich ganz hinten stand und es sehr voll war. (Anne)

Von Jan Frisch hätte ich gern noch eine Zugabe gehört, aber so ein übernervöser Typ hat gleich angesagt, was als nächstes kommen soll und hat uns förmlich in die Diskussion gedrückt. (Bernd)

Bernd Nitzsche hat ja die Leute ganz schön mitgerissen, mir war das aber zu laut. (Marina)

Man sollte sich bei Rockbands grundsätzlich nie direkt vor die Boxen stellen:

Ich persönlich habe bei Bernd Nitzsche ja was gelernt: sonst bin ich bei Konzerten meistens in die erste Reihe gerannt, immer in Erwartung eines Hörschadens, und jetzt, dreizehn Jahre später erzählt mir einer, daß die Akustik hinten immer am besten ist. Hätte ich auch selbst drauf kommen können. (Angelika)

Wir sind dann trotzdem nach vorne gegangen, weil das geht ja nicht, daß die ganzen „Alten“ am Bühnenrand abrocken und die Jungen sitzen hinten nur rum. (Juliane)

Ich fand ja toll, daß die Altersgruppen so gemischt waren, da war ja sogar ein Hund und Pogo getanzt wurde auch. Toll, daß wir endlich mal wieder im „Peter Edel“ waren, da kamen Erinnerungen hoch. Und Heimatgefühle. (Tina)

 

 

letzte Änderung: 2008-12-17T13:28+0100