6. März 2004 im Alten Gutshof Strausberg-Nord: Gundermann-Party 5

Eine Veranstaltung von Gundermanns Seilschaft e.V. und der Barnimer Alternative e.V.

Einige Sätze danach von Sabine Delorme und Wolfgang Meyer für den Vorstand von Gundermanns Seilschaft e.V.

„mit’m lied fang ich erst mal an“ war das Motto der fünften Gundermann-Party, am 6. März 2004 im Alten Gutshof Strausberg gemeinsam veranstaltet von den Vereinen Gundermanns Seilschaft und Barnimer Alternative. Gewagt wurde der Sprung aus der Kultur-Hauptstadt Berlin heraus – die vorherigen Partys fanden im Kulturhaus Peter Edel in Berlin-Weissensee statt -, und wir meinen: er gelang. Nicht zuletzt durch das ausgesprochen schöne Veranstaltungshaus und das freundliche und tatkräftige Mitmachen der Barnimer. Über 220 Besucher fanden sich ein und erlebten einen Abend, der einiges bot.

Bernd Nitzsche und Freunde eröffneten die Programmabfolge im Ku-Stall, dem großen Saal des Gutshofs, mit einigen frühen und leiseren Gundermann-Titeln. Es folgten Claudia Gorr und Gunnar Bittersmann (unterstützt durch Kerstin Schaefer), die jeweils eigene Songs, Gundermann-Interpretationen wie auch Lieder anderer Autoren (u.a. B. Springsteen, W. Guthrie) boten. Aufmerksam reagierte das Publikum auf den Lyrikbeitrag Frank Hammers, während der Funke bei den „Erzählgeschichten“ von Andreas Marx wohl nicht übersprang. Der Höhepunkt und Abschluß im Ku-Stall wurde wieder von Bernd Nitzsche, dem Urgestein der Kulturszene Hoyerswerdas und Gründungsmitglied der Brigade Feuerstein, gemeinsam mit Uta Popp und Robert Schuster gestaltet. Sie beeindruckten mit ihrem unplugged-Programm von bekannten und unbekannteren Gundermann-Liedern – erst nach mehreren Zugaben konnten sie die Bühne räumen.

Im Tabakboden, dem kleineren Veranstaltungsraum, folgten die zahlreichen ZuhörerInnen konzentriert den sensiblen wie kunstvollen Liedern Tobias Burgers. Christoph Spehr diskutierte mit etwa 20 Teilnehmern Fragestellungen einer zeitgemäßen linken politischen Utopie, dabei thematisch durchaus anknüpfend an Gundermanns „soll sein“, dem das diesjährige Party-Motto entnommen worden war. Dazu präsentierte er seine Videos zu Macht & Utopie „Time is on my side“ und „Vorwärts, ihr freien Schweine“. Gundermann per Film erlebten die BesucherInnen in beiden Veranstaltungsräumen; es waren diesmal eher unbekannte Dokfilm- und Fernsehproduktionen, die gezeigt wurden.

Was gab es noch? Die Texte von und zu Gundermann, die wir kopiert und in der Gutshof-Kneipe Pferdestall ausgelegt hatten, wurden rege nachgefragt. Heinrich Ruynats Dokumentation zu den Aktivitäten von Gundermanns Seilschaft – drei dicke Aktenordner mit Fotos, Plakaten, Presseberichten etc. – fanden starkes Interesse. Die im Tabakboden präsentierte Ausstellung vom AbfallGUT Dresden „Arbeit auf Teufel komm raus“ konnte sogleich an das „Haus der Demokratie“ in Berlin weitervermittelt werden. Und man hat sich, oft nach längerer Zeit, wieder getroffen und unterhalten, über Gundermann und über das, was man selbst tut. Sogar aus Celle in Niedersachsen waren Gundermann-Freunde angereist. Wünsche für die künftige Arbeit des Vereins gab es auch: etwas mehr Power im Musikalischen, möglichst auch einen stärker analytischen Zugriff auf Gundis Schaffen. „mit’m lied fang ich erst mal an“ heißt eben auch, dass es weitergehen soll und wird.

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letzte Änderung: 2008-12-17T13:27+0100